Beat it. A Man Within.

Momentan scheint es ziemlich hip zu sein Jack Kerouacs “On the Road” gelesen zu haben. Dies soll keine Kritik sein, denn das Buch ist genial! Aber was steckt dahinter? Was ist diese Beat-Generation?

Nun kam ein neuer Film über die Beat-Zeit in sehr wenige ausgewählte Kinos in Deutschland. William S. Burroughs “A Man Within” ist eine wahnsinnig gute Dokumentation über einen drogenabhängigen, verrückten, aber dennoch auf seltsame Weise liebenswürdigen Menschen. Man ist ungewöhnlich von ihm fasziniert und das obwohl er ein schlechter Vater war (sein eigener Sohn stirbt mit 33 Jahren an Alkoholsucht) und seine eigene Frau erschoss, als die beiden im Alkoholrausch versuchten, Wilhelm Tell nachzuspielen.

Trotz seines exzessiven Lebens, prägte er gemeinsam mit Kerouac und Ginsberg die sogenannte Beat-Generation. Alle drei richten sich mit ihren Texten gegen das prüde Amerika der fünfziger Jahre. Homosexualität, Alkohol- und Drogensucht bestimmten ihr Leben und ihre Texte. Und genau weil dieses Leben jenseits unserer Vorstellungen eines “normalen” Lebens ist, fasziniert uns die Zeit so sehr.

Patti Smith wollte Burroughs heiraten, Andy Warhol aß mit ihm zu Abend und sie erzählten sich gegenseitig von ihrem ersten Mal und John Waters sagte über ihn: “Er war berühmt für die falschen Dinge: Er war schwul, er war ein Junkie, er sah nicht gut aus, er hat seine Frau erschossen, er hat über Arschlöcher und Heroin geschrieben. Es war nicht einfach ihn zu mögen.”

Trotz absolut verrücktem Leben wurde Burroughs, der Mann der selber sagt, er habe in seinem Leben niemals lieben können, 83 Jahre alt. Sein letzter Tagebucheintrag jedoch, sagt etwas Anderes: “Liebe? Was ist das? Das natürlichste Schmerzmittel, das es gibt.”

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Auf wahrer Begebenheit.

 

Wenn ein Film auf wahren Begebenheiten beruht, dann löst das auf sonderliche Weise eine Gänsehaut-Stimmung aus. Man fühlt mit den Personen, man stellt sich vor, wie es wäre das gleiche zu durchleben wie sie, man ist mitten drin, statt nur dabei. Wenn diese wahre Geschichte dann noch unglaublich toll ist, ist man sprachlos.

Vor Glück zu weinen ist keine Seltenheit. Vor Schönheit, Komik und Perfektion jedoch, eher ungewöhnlich. Ziemlich beste Freunde ist wohl ziemlich der beste Film seit langem. Unglaublich lustig, herzzerreißend schön, französisch und obwohl es im Film nie wirklich um Trauer geht, kullern sicher ein, zwei Tränen die Wange hinunter.

Worum es geht, will ich nicht schreiben. Entschuldigt die Floskel, aber dieser Film ist zu schön, um wahr zu sein und die Schauspieler unbeschreiblich charismatisch. Also, ab ins Kino!

 

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Der mit dem Wulff tanzt

Bundespräsident Christian Wulff

Ja, wer tanzt denn nun mit unserem Bundespräsidenten?! Es gibt einige Kandidaten. Da wäre die BW-Bank, Frau oder Herr Geerkens, wahlweise auch Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres. Einer jedoch ganz sicher nicht mehr: Kai Diekmann. Und die Kanzlerin? Macht das, was sie am besten kann. Schweigen.

Anfangs tat Wulff mir leid. Dieses mediale Rumgehacke half nicht sonderlich dabei, den Präsidenten zu Wort kommen zu lassen. Keiner würde eine Urlaubseinladung verweigern, geschweige denn einen billigen Kredit zur Eigenheimfinanzierung. Ich glaubte an das Gute in ihm und sagte mir, er sei doch auch nur ein Mensch und keine perfekte Maschine. Davon abgesehen, dass es diese nicht einmal gibt.

Doch je länger ich mich mit Wulff befasste und je mehr ich erfuhr, desto verstrickter wurde die Angelegenheit und die Behauptungen der Medien. Leider trug der Bundespräsident selbst auch nicht viel zur Klärung bei. Im Gegenteil. Die Aufzeichnung seines Telefonats auf Diekmanns Mailbox löste Wut in mir aus. Auch wenn ich Gauck gewählt hätte, spielte ich schnell auf Wulffs Seite. Aber die Art wie er mit der ganzen Angelegenheit umgeht, gibt mir zu denken. Herr Bundespräsident bitte machen Sie doch mal eine richtige Ansage! Wenn man zu seinen Fehlern steht, ist die Chance der Vergebung höher. Was passiert wenn man weiterhin alles leugnet oder verdreht, sieht man am Beispiel Guttenberg. Man nimmt ihn so ernst wie Guido Westerwelle. Also so gut wie gar nicht.

Was mich in dieser ganzen Debatte jedoch beruhigt, ist ihre Dauer. Denn da sich die Medien seit gefühlten Wochen nur noch damit beschäftigen, sehe ich als Zeichen dafür, dass unser Land keine anderen seriösen Probleme hat. Uns geht es gut.

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Das Jahr 2011

 

Es war, wie man immer am Jahresende behauptet, ein sehr aufregendes Jahr. Was ist geschehen? Eine kurze Zusammenfassung:

1. Merkel kriegt eine Freiheitsmedaille – der höchste zivile Orden der USA – von US Präsident Obama überrreicht. – Merkel? Freiheit? Geht’s hier um die DDR?

2. Anders Behring Breivik bringt insgesamt 77 Menschen um. Er wollte Aufmerksamkeit, sein Manifest verbreiten und die Gesellschaft spalten. – Hmm, blöd. Der Plan ist nicht ganz aufgegangen. Aber ganz ehrlich, eine Psychiatrie? Das wäre ein Geschenk und keine Strafe in diesem Fall.

3. Diktator 1: Gaddafi wird erschossen. – Oh doch Gaddafi, auch “die Sonne der Revolution wird irgendwann einmal untergehen!”.

4. Sämtliche Diktatoren müssen nach und nach abdanken. Den krönenden Abschluss liefert aber Kim Jong Il. – Ob das, was kommt, besser wird kann man bezweifeln.

5. Der Tahrir-Platz in Ägypten, der Platz der Befreiung, wird das Symbol einer auf andere Länder übergreifenden Revolution. – Doch, wie geht es weiter?

6. Amy Winehouse stirbt. – Drogen und Alkohol sind böse.

7. Tsunami in Japan und der damit verbundene Reaktorunfall in Fukushima. – Deutschland hat alles richtig gemacht und ist der bösen Seite des Energiegewinns entkommen. Was ist mit dem Rest der Welt? Hallo Amerika? China?

8. Herr zu Guttenberg verlässt die politische Bühne und beteuert bis zum Schluss, er hätte niemals etwas kopiert. (Mit ihm gehen auch einige andere Namen, die man sich bei der Menge nicht mehr merken konnte.) – Peinlich. Trotzdem schade, um den einzig charismatischen Politiker Deutschlands.

9. Osama bin Laden wird endlich gefasst. – Na, welche Gründe suchen sich die Amis nun für einen nicht gerechtfertigten Krieg?

10. Steve Jobs stirbt. – Gott stirbt.

11. Prinz William heiratet. – Die Frau ist nur ein Problem, aber kein Hindernis, liebe Mädchen.

12. Der Euro stirbt und mit ihm die Europäische Union. – Zumindest den Medien nach zu urteilen.

Natürlich wird das Jahr 2012 genauso aufregend wie 2011. Denn auch für nächstes Jahr gibt es romantische Prognosen. Dieses Mal auch wieder im Angebot: Ein Weltuntergang.

In diesem Sinne, LASST DAS NEUE JAHR BEGINNEN!

 

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Der Heilige Morgen

Göppingen

So ruhig und besinnlich sieht das kleine Städtchen in der Nähe Stuttgarts 364 Tage im Jahr aus. Bis auf einen ganz bestimmten Tag. Während sich am 24.12. der Rest der feiernden Welt auf ein behutsames Fest im trauten Heim vorbereitet, werden in Göppingen Heizstrahler auf die Straße geschleppt, alle Glühweinstände der Umgebung rangekarrt und die Flachmänner eingepackt für die Party des Jahres. Den Heiligen Morgen. Eine Tradition, die niemals aussterben wird und die jedes Jahr alle noch so weit weg Gezogenen zurückzieht ins heimeliche Schwabenland.

Angestoßen wird zu Zeiten, an welchen man sich normalerweise noch einmal im Bett umdreht und gefeiert wird bis zum letzten Tropfen Alkohol. Ausnahmezustand in der Stadtmitte. Ich persönlich, könnte mich an diesen Zustand gewöhnen. Die große Göppinger Familie trifft sich, um sich schlichtweg gemeinsam zu betrinken.

In diesem Sinne. An alle, die es feiern, ein frohes Fest! Und diejenigen, die heute nicht feiern, nutzt die freien Tage und trinkt trotzdem!

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Das lange Warten auf Fräulein (Stimm-)Wunder

Dillon

Bisher war mir das About:Blank nicht als Konzert-Location bekannt. Seit gestern weiß ich auch warum. Seine Gäste bei Minusgraden im Winter vor der Tür stehen zu lassen, ist nicht unbedingt die feine englische Art. Schon allein das Ticket hätte mir zu denken geben sollen. Finde den Fehler:

?

Beginn: 20 Uhr

Einlass: 21 Uhr

Hä?

Kurz vor 22 Uhr begann dann endlich die Vorband mit ihrem Gejaule. Nicht empfehlenswert. Die dunklen, kleinen Räume des About:Blank, zusammen mit der Vorband zogen die Stimmung ziemlich in den Keller. Bis eine sichtlich aufgeregte, lang ersehnte Dillon die Bühne betrat. Mit ihrer etwas dunklen Aura und dem langen schwarzen Mantel erinnerte sie auf den ersten Blick sehr an Lykke Li. Doch das was aus ihre Mund kam, war Lichtjahre besser, als Lykke Li. Ohne irgendeine Art von schmerzhaftem Verziehen des Gesichtes bei besonders emotionalen Texten – wie das andere Künstler häufig tun – kam aus diesem kleinen, zierlichen Mädchen eine Bomben-Stimme heraus. Einfach so. Und unglaublich gut. Sie schaffte es sogar, alle zum Mitsingen zu bewegen, ohne dass man dabei etwas beschämt die Lippen bewegt und auf den Boden starrt. Es machte tatsächlich Spaß.

Ihre Musik klingt etwas nach Fever Ray, dann doch wie Lykke Li  oder The Knife und eigentlich aber auch komplett anders. Und weil es anders ist, brauchen wir mehr davon. Dillon – live besser als aufgenommen und jeden Konzertbesuch wert. Egal, wie lange man dafür in der Kälte frieren muss.

 

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YU & ME

Die alte Jugoslawien-Flagge

 

“Er wuchs in Süddeutschland auf, doch seine Eltern waren Jugoslawen. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dann waren die Familienmitglieder teilweise aus Kroatien, teilweise aus Serbien. Und der Nachbar war Slowene. Und der beste Freund Bosnier. Trotzdem fuhr man jedes Jahr nach Jugoslawien und verbrachte dort seine Ferien. In Deutschland ging man zum Jugoslawen essen. Und man trank sein Bier beim Jugsolawen um die Ecke. Am Wochenende besuchte man die jugoslawische Schule. Zu Hause sprach man Jugoslawisch.”

Mit ähnlichen Worten wurde die Ausstellungseröffnung des gestrigen Abends eingleitet. “YU & Me” ein Werk von Boris Kralj. Wenig ausgewählte Bilder, ein paar Requisiten aus vergangener Zeit, dafür eine große Anzahl an Besuchern, ließen mich einen Hauch des alten Jugoslawiens in Berlin erleben. Abgerundet wurde der Abend von meiner Folklore-Gruppe, die traditionelle jugoslawische Tänze aufführte.

 

Belgrad

 

Vom 09.12.11 bis zum 15.02.12 findet die Ausstellung in der Galerie Kollaborativ statt. Von Mittwoch bis Sonntag ist Boris auch selbst dort anzutreffen. Außerdem wollte er jedem Besucher auch gerne erklären, worum es in seinen Bildern geht. Wer also mehr über das ehemalige Jugoslawien wissen und das heutige Belgrad kennenlernen möchte, sollte nicht zögern, die kleine Galerie zu besuchen. Wer leider nicht in Berlin lebt, hat zumindest die Möglichkeit, sich die Bilder auf der Homepage des Ausstellung anzusehen:

http://www.mybelgrade.de/

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